Haufe Steuer News
Serie: Schlussabrechnungen der Coronahilfen: VG Schleswig bestätigt: Versäumte Endabrechnungsfrist kostet Neustarthilfe
Das VG Schleswig hat klargestellt, dass die Frist zur Einreichung der Endabrechnung bei der Neustarthilfe als materielle Ausschlussfrist zu behandeln ist. Das bedeutet: Wird die Frist versäumt, erlischt der Anspruch auf die Förderung vollständig ? und bereits ausgezahlte Beträge sind zurückzuzahlen.
FG Münster: Einräumung eines Altenteils im Zuge der Hofübergabe
Überträgt der Ehemann dem Sohn in einem Hofübergabevertrag seinen landwirtschaftlichen Betrieb, wobei dem Ehemann und seiner Ehefrau ein lebenslanges Altenteil gewährt werden, liegt hierin nach dem Urteil des FG Münster keine schenkungsteuerbare Zuwendung des Ehemanns an die Ehefrau.
FG Düsseldorf: Erbauseinandersetzung über Anteile an einer grundbesitzenden GmbH
Für Zwecke der Aussetzung der Vollziehung sind auch die Anteilserwerbe durch quotenwahrende Erbauseinandersetzung von zuvor der Erbengemeinschaft zuzurechnenden Anteilen an einer grundbesitzenden GmbH als Erwerb von Anteilen von Todes wegen anzusehen, der bei der Ermittlung des Vomhundertsatzes für eine grunderwerbsteuerbare Änderung des Gesellschafterbestands außer Betracht bleibt. So hat das das FG Düsseldorf entschieden.
Wer muss zurückfordern?: Zu Unrecht gewährte Energiepreispauschale durch Arbeitgeber
Hat der Arbeitgeber die Energiepreispauschale (EPP) ausgezahlt, obwohl der Arbeitnehmer nicht anspruchsberechtigt war oder die Auszahlungsvoraussetzungen nicht erfüllt waren, muss nach Auffassung der Finanzverwaltung die EPP durch den Arbeitgeber zurückgefordert werden.
FG Münster: Unpfändbarkeit des einzigen Kfz bei Agoraphobie
Das FG Münster hat die Vollziehung der Pfändung eines Kraftfahrzeugs aufgehoben und die Herausgabe des Fahrzeugs angeordnet. Nach summarischer Prüfung sei die Unpfändbarkeit des Kfz aus gesundheitlichen Gründen ernstlich möglich.
BFH: Keine Minderung des geldwerten Vorteils aus der Kfz-Überlassung durch selbst gezahlte Parkplatzmiete
Die unentgeltliche Überlassung eines Stellplatzes oder einer Garage tritt als eigenständiger Vorteil neben den Vorteil für die Nutzung eines betrieblichen Kfz zu privaten Fahrten. Vom Arbeitnehmer getragene Stellplatzkosten mindern daher den geldwerten Vorteil aus der Kfz-Überlassung nicht.
FG Münster: AdV wegen unzureichender Aktenvorlage durch das Finanzamt
Im gerichtlichen Verfahren über einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung beschränkt sich der Prozessstoff wegen der Eilbedürftigkeit des Verfahrens auf die dem Gericht vorliegenden Unterlagen, insbesondere auf die Akten der Behörde und andere präsente Beweismittel. So hat das FG Münster entschieden.
BMF: Baupreisindizes zur Anpassung der Regelherstellungskosten
Ein neues BMF-Schreiben gibt die maßgebenden Baupreisindizes zur Anpassung der Regelherstellungskosten bekannt, die für Bewertungsstichtage im Kalenderjahr 2026 bei Ermittlung des Gebäudesachwerts anzuwenden sind.
BMF: Ermittlung der Bewirtschaftungskosten nach § 187 BewG
Das BMF hat die Verbraucherpreisindizes zur Anpassung der Basiswerte für Verwaltungskosten und Instandhaltungskosten für Wohnnutzung aus Anlage 23 BewG für Bewertungsstichtage im Kalenderjahr 2026 bekannt gegeben.
BFH: Passivität des Investors maßgebend für Eingreifen der Beschränkungen des § 15b EStG
Ein Steuerstundungsmodell im Sinne von § 15b Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 EStG kann auch vorliegen, wenn die prognostizierten Verluste auf der Inanspruchnahme eines IAB gemäß § 7g Abs. 1 EStG beruhen. Ob ein Gründungsgesellschafter den Beschränkungen des § 15b EStG unterliegt, hängt davon ab, ob er wie ein passiver Investor aufgetreten ist oder ob er das "vorgefertigte Konzept" nicht nur unwesentlich mitbestimmt hat.
FG Rheinland-Pfalz: Geldgeschenk zu Ostern i. H. von 20.000 EUR
Das FG Rheinland-Pfalz stellt klar, dass ein Geldgeschenk zu Ostern i. H. von 20.000 EUR kein steuerfreies "übliches Gelegenheitsgeschenk" ist und somit Schenkungssteuer anfällt.
FG Münster: Prüfung der Behaltensfrist erbschaftsteuerbegünstigten Vermögens
Das FG Münster hat entschieden, dass für das Tatbestandsmerkmal der Veräußerung i. S. d. § 13a Abs. 5 ErbStG a. F. (nunmehr § 13a Abs. 6 ErbStG) nicht das schuldrechtliche, sondern das dingliche Rechtsgeschäft bzw. der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums maßgeblich ist.
FinMin NRW: Neue Homeoffice-Vereinbarung mit den Niederlanden zu Grenzpendlern
Die Anpassung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und den Niederlanden ist seit dem 1.1.2026 in Kraft. Grenzpendler können damit bis zu 34 Tage im Jahr im Homeoffice arbeiten, ohne dass sich ihre steuerliche Behandlung ändert.
BMF: Basiszins zum 2.1.2026 zur Berechnung der Vorabpauschale
Das BMF hat den Basiszins zum 2.1.2026 bekannt gegeben, der für die Berechnung der Vorabpauschale für 2026 gem. § 18 Abs. 4 InvStG erforderlich ist.
Sächsisches FG: Energiepreispauschale auch für Rentner einkommensteuerpflichtig
Das Sächsische FG hat entschieden, dass die im Jahr 2022 einmalig ausgezahlte Energiepreispauschale auch für Rentenbeziehende einkommensteuerpflichtig ist.
Wissenstransfer in Steuerkanzleien: So sichern Sie wertvolles Kanzleiwissen
Wenn Mitarbeitende kündigen, geht oft wichtiges Wissen verloren. Mit einem strukturierten Wissenstransfer bleibt das Know-how im Team. Erfahren Sie, wie Sie Wissensverlust vermeiden und Ihre Kanzlei resilient machen.
BFH: Alle am 15.1.2026 veröffentlichten Entscheidungen
Am 15.1.2026 hat der BFH zwei sog. V-Entscheidungen zur Veröffentlichung freigegeben.
Regierungsentwurf : Änderung des Steuerberatungsgesetzes doch ohne verschärftes Fremdbesitzverbot
Das Bundeskabinett hat am 14.1.2026 den Regierungsentwurf für das Neunte Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften beschlossen. Es enthält gegenüber dem Referentenentwurf einige wichtige Änderungen.
FG Baden-Württemberg: Keine gewerbesteuerliche Hinzurechnung für Werbung auf Bussen und Bahnen
Werden Außenflächen an Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs "angemietet", um darauf Werbung anzubringen, ist der Aufwand bei der Ermittlung des Gewerbeertrags nicht gemäß § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewStG hinzuzurechnen. Das hat das FG Baden-Württemberg entschieden.
Serie: Schlussabrechnungen der Coronahilfen: Fristversäumnis bei Neustarthilfe führt zu Rückforderung
Das OVG Münster bestätigt in einem aktuellen Beschluss: Wer die Endabrechnung der Neustarthilfe nicht fristgerecht über das Online-Portal einreicht, verliert den gesamten Förderanspruch. Auch EU-beihilferechtliche Gründe stehen einer nachträglichen Bewilligung entgegen.
FG Köln: Kindergeld bei fehlender Mitwirkung der ausländischen Verbindungsstelle
Für ein in Deutschland geborenes Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit, das bei der arbeitslosen Mutter in Deutschland lebt und dessen Vater in England stationiert ist, besteht ein ungekürzter Kindergeldanspruch, wenn sich nicht zweifelsfrei klären lässt, ob für das Kind in England ein Anspruch auf Familienleistungen bestand. So hat das FG Köln entschieden.
Vermögensverlust und Versicherungsleistung: Unfall mit dem Betriebs-PKW auf einer Privatfahrt
Wird ein zum Betriebsvermögen gehörender PKW auf einer Privatfahrt zerstört, stellt sich die Frage, wie der Restbuchwert des PKW im Zeitpunkt des Unfalls und die evtl. Entschädigung aus der Kaskoversicherung steuerlich zu behandeln sind.
Einkommensteuererklärung 2025: Überblick und Mantelbogen
Das Top-Thema stellt die wichtigsten Änderungen in den gängigsten Einkommensteuervordrucken 2025 im Vergleich zum Vorjahr dar. Vordrucke, die aufgrund gesetzlicher Neuregelungen geändert wurden, werden näher erläutert.
Verhör(t) ? Steuerthemen auf der Spur: Podcast: Achtsamkeit im Steueralltag
In der aktuellen Folge von Verhör(t) spricht Florian D. Weber mit Coach und Resilienz-Expertin Carina Matussek über Achtsamkeit im Berufsalltag. Ein Thema, das gerade in der Steuerbranche überraschend relevant ist ? und weit mehr als Räucherstäbchen und Esoterik bietet.
BFH: "Unechte" Realteilung beim Ausscheiden einer Mitunternehmerkapitalgesellschaft
§ 16 Abs. 3 Satz 4 EStG ist ? ebenso wie § 6 Abs. 5 Satz 6 EStG ? im Wege teleologischer Reduktion dahin auszulegen, dass der Ansatz des gemeinen Werts hinsichtlich des übertragenen Einzelwirtschaftsguts ausscheidet, wenn kein Wechsel stiller Reserven aus dem Einkommensteuer- in das Körperschaftsteuerregime erfolgt. Danach sind die Buchwerte fortzuführen, wenn im Zeitpunkt des Ausscheidens der Mitunternehmerkapitalgesellschaft an der Personengesellschaft ausschließlich (inländische) Körperschaften beteiligt sind (entgegen BMF, Schreiben v. 19.12.2018, BStBl I 2019, 6, Rz 11).
BFH: Behandlung von GmbH-Anteilen des Mitunternehmers als Sonderbetriebsvermögen II
Beteiligt sich der Kommanditist einer GmbH & Co. KG an einer GmbH, deren Anteile bislang die GmbH & Co. KG allein gehalten hat, führt die bestehende Beteiligung der GmbH & Co. KG an der GmbH allein nicht dazu, dass die neu erworbene Kapitalbeteiligung des Kommanditisten für das Unternehmen der Personengesellschaft als wirtschaftlich vorteilhaft und damit als notwendiges Sonderbetriebsvermögen II anzusehen ist.
BFH: Aufwendungen für einen KFZ-Stellplatz im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung
Kosten für die Anmietung eines Pkw-Stellplatzes gehören nicht zu den Unterkunftskosten, die nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG nur mit höchstens 1.000 EUR im Monat angesetzt werden können. Sie sind, soweit notwendig, als Werbungskosten wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung abziehbar.
Umlage U3: Insolvenzgeldumlage bleibt 2026 unverändert
Die Insolvenzgeldumlage ist mit wenigen Ausnahmen von allen Arbeitgebern zu zahlen, die Arbeitnehmende im Inland beschäftigen. Im Jahr 2026 gilt der gesetzlich festgeschriebene Umlagesatz von 0,15 Prozent. Eine Verordnung zur Abänderung wurde dieses Jahr nicht erlassen.
Steuersätze in Europa gleichen sich an: Mannheim Tax Index 2025
Das Update des Mannheim Tax Index 2025 zeigt u.a., dass sich die relative steuerliche Standortattraktivität bei Niedrig- und Hochsteuerstandorten nur wenig verändert.
BMF: Gegenseitigkeit bei Einkünften von Luft- und Schifffahrtsunternehmen mit Bahrain
Das BMF macht bekannt, dass durch Notenwechsel zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und des Königreichs Bahrain die Gegenseitigkeit hinsichtlich der steuerfreien Behandlung von Einkünften von Luft- und Schifffahrtsunternehmen durch die beiden Staaten festgestellt ist.