Grundsteuerreform

Bundesverfassungsgericht

Finanzamt

Bekanntermaßen hat das Bundesverfassungsgericht 2018 über die Bemessung der Grundsteuer festgestellt, dass die Bemessung nach den Einheitswerten verfassungswidrig ist.

Der Gesetzgeber wurde aufgefordert bis zum 31.12.2019 ein neues Grundsteuergesetz zu verabschieden. Da dies gelang, können die alten Grundsteuerregeln bis zum 31.12.2024 weiter angewendet werden

Ab 2025 ist die Grundsteuer nach den neuen Vorschriften zu bemessen (=Hauptveranlagung 1.1.2025). Dazu werden Grundsteuer-Feststellungserklärungen auf den 1.1.2022 (Hauptfeststellungszeitpunkt) notwendig, die zwischen Juli und Oktober 2022 elektronisch dem Finanzamt einzureichen sind.

Elf Bundesländer haben das sog. Bundesmodell für die Bewertug gewählt, die restlichen haben länderbezogene individuelle Bewertungsregeln gewählt. Dazu gehören Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und mit abweichenden Bundesmodell das Saarland.

Abgabepflicht Feststellungserklärung

Grundsteuer

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Die Grundsteuer wird ab 2025 auf Basis neuer Werte ermittelt. Die Vorarbeiten für die Steuerzahler beginnen im Jahr 2022.

Im Zeitfenster Juli bis Oktober 2022 sind die Grundstückseigentümer verpflichtet, eine Feststellungserklärung (=Steuererklärung ohne Steuerfestsetzung) zur Ermittlung des neuen Grundsteuerwertes beim Finanzamt elektronisch abzugeben.

In den meisten Bundesländern (auch in Schleswig-Holstein) gibt es 3 Bescheide, die Sie erhalten werden:

1. Grundsteuerwertbescheid
2. Grundsteuermessbescheid
3. Grundsteuerbescheid (Hebebescheid)

Demzufolge gibt es 3 Schritte bei der Grundsteuerberechnung:

1. Das Finanzamt wird dann den Grundsteuerwert des Grundstücks zum 1.1.22 feststellen (=Feststellungsbescheid).

2. Grundsteuerwert x Meßzahl lt. Gesetz = Grundsteuermeßbetrag, der auch festgestellt wird (=Grundsteuermeßbescheid).

3. Die Gemeinde erhebt die neue Grundsteuer ab 1.1.2025 (Hauptveranlagung) und erlässt Grundsteuerhebebescheide. Die Wert ergeben sich aus dem Grundsteuermeßbescheid x Hebesatz der Gemeinde = Grundsteuer (=Grundsteuerhebebescheid)

Feststellungserklärung zur Grundsteuer

Steuererklärung

Die Länder, die das Bundesmodell anwenden haben mit Allgemeinverfügung [63 KB] durch öffentliche Bekanntmachung im Bundessteuerblatt v. 30.3.2022 zur Abgabe der Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts für den Hauptfeststellungszeitpunkt 1.1.2022 aufgefordert. Die Abgabe kann ab Juli bis Oktober 2022 elektronisch erfolgen.

Die Bundesländer verschicken noch Informationsschreiben. In Hamburg ist es noch in Planung, in Schleswig-Holsein ist es für Juni 2022 geplant.

Selber machen oder Steuerberater beauftragen?

Wenn man beispielsweise Zahnschmerzen hat, muss man nicht zum Zahnarzt gehen. Man kann sich auch eine Zange für ca. 5 € kaufen und den Zahn selber ziehen oder man geht zu einem kompetenten Fachmann, dem Zahnarzt und nimmt seine fachmännische Dienstleistung für deutlich mehr als 5 € in Anspruch. Natürlich kommt niemand auf die Idee, sich selbst den Zahn zu ziehen. Die Angst vor Schmerzen, Fehlern und die fehlende Kompetenz führen dazu, dass man zum Zahnarzt geht. Aber bei der möglichen Inanspruchnahme von Steuerberatern ist das anders. Man kann sich für die technische Seite der Grundsteuer eine Software für ca. 30 € kaufen, die Daten irgendwie rein tippen und sie ans Finanzamt elektronisch übermitteln. Alternativ kann man die Dienstleistung des Steuerberaters wählen und erhält eine ordnungsgemäße Feststellungserklärung. Auch haben sich die Steuerberater auf die Grundsteuerreform fortgebildet. Sie auch? - Als Grundstückseigentümer hat man daher die Wahl: Ein Software kaufen und auf gut Glück die Daten eingeben oder einen Steuerberater beauftragen. Die Kosten lassen sich allerdings nicht einfach zwischen Software und Steuerberater vergleichen, wie es gerade in der Werbung oft geschieht. Das eine ist ein reines Technikangebot, das andere ist eine geschützte steuerliche Dienstleistung bestehend aus Beratung und Umsetzung in eine Feststellungserklärung. Es wäre ein "Äppel- und Birnenvergleich!"

Zudem: Wer aufgrund seiner eigenen Falscheingaben die Grundsteuer berechnet bekommt, muss damit rechnen, sieben Jahre zu viel oder zu wenig Grundsteuer zu zahlen.

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Steuererklärung

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